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Warhammer 40k - Lexicanum β

Bruderschaft der gehörnten Finsternis

Die Bruderschaft der gehörnten Finsternis, auch Balphomaels Pakt oder Schwarze Gesellschaft genannt (Original:, Brotherhood of the Horned Darkness, auch Pact of Balphomael oder Black Society), ist einer der mächtigsten und gefährlichsten Chaoskulte des Calixis-Sektors. 1 S.150

Allgemeines

Der Pakt

Balphomael verleiht seinen Anhängern große Macht und Fähigkeiten. Die Einzelheiten können sehr unterschiedlich sein, aber für Balphomael sind die folgenden Belohnungen typisch: die verbotenen Geheimnisse und Wünsche des Gegenübers erkennen zu können, oder das Blut wird durch eine schwarze Substanz ersetzt, die ihn schneller und stärker macht, oder ihm wird ein dämonischer Familiar verliehen, oder ihn werden verschiedene Chaos-Rituale gelehrt. Diese Chaos-Rituale haben aber einen hohen Preis und werden deswegen nur selten eingesetzt. 1 S.154

Im Gegenzug verlangt Balphomael aber einen hohen Preis. Da ist zunächst natürlich ihre Ergebenheit ihm allein gegenüber und sie versprechen ihm ihre unsterbliche Seele. Außerdem gibt es da noch handfestere Forderungen, wie Ritualmorde an seinen Feinden und Brandopfer aus den Schwachen und Betrogenen. 1 S.155
Bei solchen, die einen persönlichen Pakt mit ihm eingehen, verlangt er auch einen persönlichen Preis: die Zerstörung oder der Tod von etwas Geliebtem oder jemandem Geliebten. Wenn jemand etwas derartiges einfach nicht besitzt, nimmt Balphomael sich beispielsweise ein Körperteil oder das hübsche Gesicht. 1 S.155

Ziele

Die Bruderschaft hat im Prinzip nur zwei Ziele: ihrem dämonischen Meister Balphomael die Opfer darzubringen, die er wünscht, und Macht und Reichtum der obersten Kabale zu mehren. Zu diesem Zweck werden die Fähigkeiten und Möglichkeiten aller benutzt, die manipuliert oder kontrolliert werden können. Es werden Intrigen gesponnen, Rivalen ermordet und Lügengespinste aufgebaut. Und im Hintergrund stehen immer die Rituale und Opfer für Balphomael. 1 S.152f

Den Mitgliedern der Bruderschaft der gehörnten Finsternis geht es nicht so sehr um den Dienst am Chaos, sondern sie haben alle eines gemeinsam: Ehrgeiz. Sie alle wollen Macht, sei es durch Reichtum, politischen Einfluß oder simple Furcht. Sie wollen das Imperium nicht zerstören: Sie wollen es beherrschen. Deswegen besteht die Bruderschaft aus jenen, die viel haben und noch mehr wollen. Für sie ist der Kult nur ein Werkzeug, um mehr Macht zu erlangen und dem kommt entgegen, dass Balphomael nur Gehorsam verlangt, keinen fanatischen Glauben. 1 S.153

Aufbau

Die Bruderschaft der gehörnten Finsternis ist wie eine geheime Verschwörung aufgebaut und versucht, jede Entdeckung zu vermeiden. Sie machen großen Gebrauch von unwissenden Botengängern, Codes und Geheimsprachen. Es gibt einen Codex des Schweigens, der auch erbarmungslos durchgesetzt wird. Viele die ihr beitreten, halten sie deswegen für eine ziemlich normale Geheimorganisation die einem Gefallen tut und dafür natürlich wiederum Gefallen verlangt. Oft wird die wahre Natur als Chaoskult erst enthüllt, wenn das Mitglied sich als vertrauenswürdig erwiesen hat, und den Versuchungen der Macht erlegen ist. 1 S.152

Der Kult selbst ist streng linear aufgebaut, wobei die Mächtigeren über Leben und Tod der Geringeren entscheiden. An der Spitze stehen die Diener, eine Kabale aus acht Personen die einen persönlichen Pakt mit Balphomael haben. Sie mögen sich allerlei mächtig klingende Titel geben, aber letztenendes sind sie eben nur Diener. 1 S.152
Unter ihnen gibt es eine ganze Anzahl an ehrgeizigen Aspiranten und bevorzugten Agenten. Man kann aufsteigen, wenn jemand versagt, wahnsinnig wird oder stirbt. Mord ist eine völlig akzeptable Art und Weise aufzusteigen, solange man damit nicht die Bruderschaft der gehörnten Finsternis oder ihre Operationen gefährdet. In die Bruderschaft treten nur die Herrschsüchtigen, die Ehrgeizigen, die Getriebenen ein. Es gibt sie in allen Arten: Politiker, Reiche, Adlige, Verbrecherbosse... Einige entstammen sogar Ekklesiarchie oder Adeptus Arbites. 1 S.152
Ganz unten stehen angeheuerte, bestochene, erpresste, oder belogene Schläger. Die Meisten gehören zwar nicht der Bruderschaft an, kennen aber den Preis des Versagens. Die Bruderschaft kann es sich leisten, nur die Besten anzuheuern und auch aus diesen Reihen kann man in die Bruderschaft eintreten, wenn man sich bewiesen hat. 1 S.152

Der Kult hat nur eine große Schwäche: Balphomael. Manchmal sind die Forderungen Balphomaels einfach zu hoch, oder die Bruderschaft ist durch ihre internen Intrigen so abgelenkt, dass sie die Forderungen nicht mehr mit der nötigen Geheimhaltung erfüllen kann. Am Ende scheitern Balphomaels Diener immer wieder daran. 1 S.152

Trotz ihres Namens besitzt die Bruderschaft auch weibliche Mitglieder. 1 S.139

Die Bruderschaft besitzt eine Reihe von Schreinen bzw. Chaos-Tempeln, in denen sie Balphomael die Opfer darbringen, ihre Feinde verfluchen und Dämonen beschwören. Diese Tempel befinden sich alle an sehr versteckten Orten, beispielsweise in verlassenen Gegenden oder einem Adelsanwesen. Das ist wichtig, denn diese Tempel sind die große Schwachstelle des Kultes: Balphomael duldet nicht, dass sie, wenn einmal geweiht, aufgegeben werden und es ist schwer, sie zu verlegen. 1 S.152

Vorgehensweise

Die bevorzugten Vorgehensweisen sind Intrigen, Erpressung und Mord. Jeder, der ihre Macht gefährdet, wird bekämpft, auch andere Chaoskulte. Es kommt sogar vor, dass sie ihre politischen Verbindungen benutzen, um imperiale Institutionen gegen einen Feind aufzuhetzen. 1 S.152f

Falls die Bruderschaft der gehörnten Finsternis zuschlägt, dann tut sie dies sehr kalkuliert und sehr diszipliniert. Manchmal lässt sie als Warnung ein Massaker verüben, manchmal tarnt sie die Morde als Unfälle oder Zufälle. Bei all dem wird jedoch weiterhin auf Geheimhaltung geachtet, was die Bruderschaft so gefährlich macht: Im Gegensatz zu anderen Chaoskulten, lassen sie sich im Kampf zu nichts hinreissen. 1 S.153

Der Kult verfügt über das Wissen, um niedere Dämonen des Ungeteilten Chaos zu beschwören. 1 S.154

Geschichte

Die Bruderschaft der gehörnten Finsternis wurde im Lauf ihrer Geschichte wieder und wieder zerschlagen, nur um später in etwas anderer Form neu aufzutauchen. Zeitweise gab es sogar mehrere Bruderschaften gleichzeitig: Manchmal wussten sie nichts voneinander, manchmal hetzte Balphomael sie als Rivalen aufeinander. Belegt sind solche Kulte auf Landunter, Malfi, Sepheris Secundus, und immer wieder auf der Zentralwelt des Sektors, Scintilla. 1 S.150

Es gibt einige Inquisitoren des Ordo Malleus, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, die Bruderschaft der gehörnten Finsternis endgültig zu zerstören. Sie gehen jedem Hinweis nach und schrecken auch nicht davor zurück, radikale Maßnahmen einzusetzen. Ihre Kollegen glauben, sie täten das alles aber nur, um damit ihren Aufstieg zu sichern. 1 S.154

Im 5. Jahrhundert M41 gelang es der Bruderschaft der gehörnten Finsternis, die höchsten Strukturen des Calixis-Sektors zu infiltrieren. Sogar im Leuchtenden Palast waren sie vertreten. Zur gleichen Zeit wurde das Tellurische Kombinat, die Tarn-Organisation der Bruderschaft, zur stärksten Wirtschaftsmacht des Sektors. 428.M41 entlarvte die Inquisition das Tellurische Kombinat und musste erkennen, dass es unantastbar war: Jedes offene Vorgehen hätte sich bis in höchste Regierungskreise ausgewirkt und Anarchie und Bürgerkrieg imgesamten Sektor provoziert. Also wurde ein Schattenkrieg gestartet: Der Ordo Calixis fuhr seine gesamten Ressourcen auf. Sämtliche Ordi, Malleus, Haereticus, Xenos und die Geringeren, wurden aktiv. In den folgenden zwei Jahren wurde das Tellurische Kombinat regelrecht ausgeweidet mit Überfällen, Dämonenjäger-Todesschwadronen und angeheuerten Assassinen. So wurde die Bruderschaft aufgescheucht und entlarvt. Dann trat das Officio Assassinorum auf den Plan: Die Bruderschaft wurde durch den vermutlich größten Einsatz des Officios in der Geschichte des Sektors ausgelöscht. Der Dämonenjäger Orpheus und eine Streitmacht Grey Knights-Terminatoren besiegten schließlich einen Avatar Balphomaels. 1 S.155f, 2 Obwohl der Einsatz erfolgreich war, war die Regierung des Sektors dennoch für die nächsten Jahrhunderte geschwächt. 2
Besonders schmerzhaft war die Entdeckung, dass Flavian Invicta, Prokuratskardinal der Ekklesiarchie, ebenfalls zur Bruderschaft der gehörnten Finsternis gehört hatte. Offiziell starb er überraschend eines natürlichen Todes, aber es gibt im Ordo Malleus das Gerücht, er wäre ein Gefangener in der Bastion Serpentis, für immer in einem Schmerzverstärker eingesperrt. 1 S.142

Im Jahr 770.M41 schoss Inquisitor Felroth Gelt im Orbit der Todeswelt Leid ein Schiff der Bruderschaft der gehörnten Finsternis ab. Die Kultisten konnten sich im letzten Moment auf die Oberfläche absetzen. Dort versuchten sie, ein Chaos-Ritual durchzuführen, aber Gelt hatte sie verfolgt und ließ sie töten, bevor sie es beenden konnten. Er spekulierte im Nachhinein, die Bruderschaft hätte versucht, die Kontrolle über die Kollektivintelligenz des Planeten zu erlangen. 3

Quelle