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Scintilla

Aus Warhammer 40k - Lexicanum
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Karte Basisdaten Planet
Galaxie karte CALIXIS SEKTOR.JPG Name: Scintilla Scintilla.JPG
Segmentum: Obscurus1:S.306
Sektor: Calixis1:S.306
Subsektor: Golgenna-Welten1:S.306
System: unbekannt
Bevölkerung: 25 Milliarden1:S.306
Zugehörigkeit: Imperium1:S.306
Kategorie: Makropolwelt1:S.306
Tributrate: Exactus Extremis1:S.306



Überblick

Scintilla ist die Hauptwelt des Calixis-Sektors, eine Makropolwelt, gelegen im Zentrum des Subsektors Golgenna-Welten. Sie ist eine florierende Drehscheibe des imperialen Handels und der Kultur, sowie die bevölkerungsreichste Welt ihres Sektors.1:S.306

Planetare Daten

Scintilla befindet sich an der galaktischen Position 88/23/CS/SW. Der Planet verfügt über ein gemäßigtes Klima bei einer Durchschnittstemperatur von 220C. Die Atmosphäre besteht aus 72% Stickstoff, 25% Sauerstoff, 1% Argon, 1% Ozon und 0,5% Kohlendioxid.10

Satelliten

Scintilla wird von zwei Monden umkreist, Sothus und Lachesis. Im Orbit, geostationär über der Makropole Tarsus, befinden sich die Orbitaldocks des Planeten.1:S.306

Geographie und Infrastruktur

Allgemein

Scintilla ist ein Planet mit drei Hauptkontinenten und ausgedehnten, halbmondförmigen Äquatorialwüsten und Dschungel. Die Südpolkappe ist gebirgig und vulkanisch, die nördliche Landmasse gemäßigt. Der Rest des Planeten ist bedeckt von stark verschmutzten Ozeanen mit schwer dezimierten Fischständen.1:S.306

Die Makropolen und Ablegergemeinden

Von größter Bedeutung sind die beiden Makropolen und zwei weitere riesige "Ablegergemeinden" - sie prägen den Planeten. Zwischen den beiden Makropolen herrscht seit langem eine Rivalität um die Vorherrschaft auf dem Planeten, wobei jedem unvoreingenommenen Beobachter klar ist, dass Tarsus hinter Sibellus steht. Beide Makropolen könnten allerdings ohne einander nicht existieren, was sich in zahlreichen Sprichwörtern und Mythen niedergeschlagen hat. Die Bedeutung der beiden Ableger dagegen würden die Bewohner der Makropolen niemals anerkennen.1:S.306
Die Siedlungen auf Scintilla sind:

Sibellus1:S.308
  • Die Makropole Sibellus ist die flächenmäßig größte Siedlung Scintillas und der Sitz der politischen, administrativen und wirtschaftlichen Macht des Planeten, weshalb sie als "Hauptstadt" oder "herrschende Makropole" bezeichnet wird. Sie liegt in den Küstenebenen und dem Flachland des nördlichen Kontinentes. Sibellus besteht aus einer außerordentlichen Mischung verschiedener Baustile. Der Makropolturm, in dem der Adel lebt, ist ein Wirrwarr glitzernder Wunder, während die Mittel- und Untermakropole aus den Ruinen der Vergangenheit besteht - die Mittelmakropoler leben in winschiefen Behausungen, die sie innerhalb der Außenmauern großer Herrenhäuser und Basiliken zwischen längst umgestürzten Statuen errichtet haben, die Untermakropoler dagegen leben in halb vergrabenen Hütten, die in die Augen großer Steinköpfe gegraben wurden oder sich um die geborstenen Säulen eingestürzter Tempel drängen. Der Leuchtende Palast ist eine Stadt für sich, er erhebt sich auf einer gewaltigen Felsnadel direkt vor der Küste im Meer.1:S.306,309
  • Die Makropole Tarsus, gelegen in der unwirtlichsten Wüste des Planeten, ist der finstere, düstere Zwilling von Sibellus und wird von den Sibellanern gemeinhin als "die andere Stadt" bezeichnet. Sie ist eine Handelsmakropole und kontrolliert den Güterverkehr mit anderen Welten über die geostationär über ihnen gelegenen Orbitaldocks.1:S.306 Dass sie, obwohl sie nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung von Sibellus erreicht, mit diesem um die größere Bedeutung auf dem Planeten wetteifern kann, liegt vor allem an der Kathedrale des Lichts, welche das Leben der gesamten Makropole prägt. Mag Sibellus auch das Zentrum der Macht sein, Tarsus ist das Zentrum des Glaubens, trotz vieler Versuche, den Sitz der Ekklesiarchie in die Hauptmakropole zu verlegen. Tarsus erstreckt sich um ein Gerüst aus gewaltigen, senkrechten Streben, zwischen denen sich große Gebäudekomplexe drängen. Infolgedessen ist sie eher hoch als breit, so dass die Mittelmakropoler mehr zur Arbeit klettern als gehen. Schatten und Kühle sind aufgrund der Lage der Makropole kostbare Annehmlichkeiten, weshalb der Adel, ganz anders als in den meisten anderen Makropolen des Imperiums, die untersten Bereiche der Ansiedlung bewohnt und im Schatten der gesamten Stadt lebt, in unterirdischen Herrenhäusern bei auf unter Null gekühlter Luft.1:S.311
  • Ambulon ist ein bizarrer Anblick, es handelt sich um eine Stadt, die auf dem Rücken einer gewaltigen Maschine errichtet wurde, welche sich langsam durch die instabilen Felswüsten im Zentrum des nördlichen Hauptkontinentes von Scintilla schiebt. Die außergewöhnliche Form Ambulons, welches von manchen als eigene Makropole bezeichnet wird, hat Einfluss auf alle Bereiche des städtischen Lebens - von den Industriezweigen, in den die Mittelschichtbürger arbeiten, bis hin zu den Sitten und Gebräuchen der Stadt. In der Wirtschaft des Planeten kommt Ambulon die wichtige Rolle zu, Rohstoffe abzubauen - weder die Industrie von Sibellus noch die Gießereien Stahlstadts könnten ohne die Lieferungen von Ambulon ihren Betrieb aufrechterhalten.1:S.306,313
  • Stahlstadt liegt auf dem Nordkontinent. Die Stadt ist ein gewaltiger Industriekomplex im Krater eines Vulkans, des Thollos, der sich aus glühenden Lavafeldern an der Küste erhebt. Verglichen mit den beiden Makropolen Scintillas ist Stahlstadt klein, ihre Türme erheben sich jedoch weit über den Rand des Vulkans, während seiner untersten Bezirke bis tief in die Oberfläche des Planeten hineinreichen. Die Adligen wohnen in hoch aufragenden Stahlbauten, die wie angelaufene Silbernadeln aus der Stadt hervorragen. In der mittleren Ebene der Stadt liegen die gewaltigen Gießereien, die den Großteil der Stadtbevölkerung beschäftigen und große Mengen an Waffen und Munition ausspeisen. Darunter liegt das Infernis, eine Zone aus den untersten Fabrikstockwerken, die eingestürzt oder unbewohnbar sind. Die Banden des Infernis sind die härtesten und bestbewaffneten auf Scintilla. Bandenkrieg ist hier ein Lebensstil.1:S.306,314f
  • In der Vergangenheit gab es eine dritte Makropole auf Scintilla, Tenebra, gelegen in den Äquatorialdschungeln der Welt. Sie war einst das Herz der Hochkultur und Kunst Scintillas, errichtet um einen Ring aus Stufenpyramiden. Inzwischen werden die Ruinen Tenebras langsam wieder vom Dschungel zurückerobert, und niemand wagt sich regelmäßig hierher - und wenn, dann dringt er selten ins in Trümmern liegende Innere der Makropole ein, wo übler Schrecken lauern soll. Es gibt eine Reihe von Ursachen, die für die Zerstörung Tenebras vor über 800 Jahren verantwortlich gemacht werden. Die meisten nehmen eine Fehlfunktion der geothermalen Kühler an, jedoch gibt es auch zahlreiche Verschwörungstheorien, die von der unüberlegten Beschwörung von Warpkreaturen bis zur bewussten Sabotage durch Agenten des Imperiums reichen. Noch mehr Geschichten gibt es über das, was heute in Tenebras Ruinen zu finden sein soll - gefräßige Monster, abtrünnige Adlige, oder auch Mutantenhorden unter der Knute eines mächtigen, missgebildeten Herrschers.1:S.306,316

Die Wildnis

Als "Wildnis" bezeichnen die Bewohner von Sibellus und Tarsus alles außerhalb ihrer Makropolen. Jedoch gibt es auch außerhalb der Makropolen kleinere Siedlungen. Da die natürlichen Ressourcen Scintillas weitgehend ausgebeutet sind oder von den Makropolen und Ambulon monopolisiert werden, leben viele Menschen nomadisch. Feste Orte sind oft Siedlungsgründungen von Söldnern, die den Landkonvois ihre Dienste anbieten, welche kreuz und quer über den Planeten ziehen. Diese Konvois bestehen aus Dutzenden großer Kettenfahrzeuge, die Waren und Passagiere zwischen den Makropolen transportieren und in ständiger Furcht vor räuberischen Nomadenstämmen leben. Manche Konvois überqueren auch die Meere Scintillas, indem sie die Kettenfahrzeuge auf große Barken verladen und sich dann auf die gefährliche Reise über die verschmutzten Ozeana machen, wo es sowohl Raubtiere als auch Piraten gibt.1:S.316
Da die Ressourcen außerhalb der Makropolen knapp sind, können Siedlungen schnell entstehen und wieder aussterben. Nur wenige Siedlungen existieren länger als eine Generation, weshalb es in der Wildnis unzählige Geisterstädte gibt. Am Rande der bewohnbaren Gebiete Scintillas allerdings existieren einige kleine Gemeinden, die bereits seit Jahrhunderten fern der großen Makropolen überdauern. Sie sind isoliert, werden von den Behörden Scintillas ignoriert, und ihre Einwohner wissen häufig nichts von den Makropolen, geschweige denn davon, dass sie zum Imperium gehören. Diese Siedlungen sind gelegentlich Ziel von Expeditionen der Gelehrten des Magnoptikons, welche hoffen, aus dem Studium solcher Menschen Erkenntnisse über Scintillas präimperiale Geschichte ziehen zu können.1:S.316

Wichtige Orte

Scintilla ist ein prachtvoller Planet. Seine Wahrzeichen sind sektorweit bekannt.1:S.306 Dazu zählen:

  • Der Leuchtende Palast ist der Regierungssitz von Sektorgouverneur Marius Hax. Er steht auf einer riesigen Felsnadel, die sich direkt vor der Küste der nördlichen Landmasse aus dem Ozean erhebt, und ist mit der Makropole Sibellus, zu welcher er gezählt wird, durch eine zyklopische, steinerne Prozessionesbrücke, Hängebrücken und eine Fährflotte verbunden. Der Palast gilt als ältestes Bauwerk des Planeten.1:S.306,309f
  • Die Kathedrale des Lichts ist die wichtigste Anbetungsstätte im gesamten Sektor. Sie ist eine außergewöhnliche Ansammlung von Türmen rings um ein höhlenartiges Mittelschiff, über dem sich eine gewaltige Mosaikglaskuppel spannt. Die Kathedrale beherbergt auch das Auditorium der Calixis-Synode, die hier unter Vorsitz von Kardinal Ignato tagt. Die Kathedrale ist ein wichtiges Pilgerziel und zieht jedes Jahr unzählige Gläubige an, die im Anschluss an ihre Reise zumeist in der Arbeitschicht von Tarsus aufgehen.1:S.312
  • Die Porphyrbastion liegt in Sibellus und ist ein schlanker Turm aus purpurschwarzem Stein. Hier befindet sich das Hauptquartier der Astropathen Scintillas. Außer Astropathen und einigen Servitoren lebt niemand in der Bastion.1:S.310
  • Der Tricornpalast ist das Hauptquartier des Calixis-Konklaves der Inquisition und besteht aus drei schwarzen, schmucklosen Türmen am Nordende von Sibellus. Großinquisitor Aegult Caidin koordiniert von hier aus die Arbeit seiner Organisation im Calixis-Sektor.1:S.310
  • Die Güldenhand ist ein gewaltiger Komplex von Markthallen und Auktionshäusern im Herzen der Makropole Tarsus. Sie beherbergt einen riesigen und unglaublich komplexen Finanzmarkt, in dem stündlich enorme Geld- und Warenmengen den Besitzer wechseln.1:S.311
  • Die Festung der Gerechten ist der Stationierungsort des Adeptus Arbites auf Scintilla und liegt außerhalb der Makropole Tarsus.1:S.330
  • Auf dem Mond Lachesis liegt die Serpentis-Bastion, von welcher aus die Tyrantin-Kabale der Inquisition operiert.10

Politik und Gesellschaft

Allgemein

Die scintillanische Gesellschaft ist hauptsächlich die der Makropolen.1:S.306
An der Spitze befindet sich scintillanische Adel. Von Macht und Reichtum korrumpiert, lebt dieser Stand in Opulenz, und hat nur sehr wenige Berührungspunkte mit den niederen Schichten.1:S.306 Bekannte Adelsgeschlechter, die allerdings nur einen Bruchteil der vorhandenen Familien darstellen, sind die Häuser Klave,5:S.241Sinderfell,4:S.209 Strophen,7:S.12ff Verence4:S.34ff und Vipus.5:S.160 Durch Ehen im Adel sind dabei zahlreiche Verbindungen und Überschneidungen mit den fünf großen, calixischen Sektorhäusern entstanden, so gehören die Strophens beispielsweise zur Machenko-Dynastie.7:S.8
Die Bewohner der Mittelmakropolen machen den Großteil der Bevölkerung aus. Sie führen ein ödes Leben in ständiger Arbeit, in welchem Ignoranz eine Tugend und der Tod der Lohn eines Lebens der Plackerei ist. Ihre Arbeit ist es, welche die exorbitanten Abgaben bezahlt, die das Administratum von Scintilla verlangt. Fast alle Mittelmakropoler sind Sklaven oder Fronarbeiter der Adligen der großen Sektorhäuser oder des planetaren Adels.1:S.306
Am untersten Ende des gesellschaftlichen Spektrums stehen die Bewohner der Untermakropolen, in denen es nur so wimmelt von brutalen Banden und psychotischen Zeloten der Redemption. Sie genießen faktisch keinen gesetzlichen Schutz, da die Behörden lediglich darauf achten, dass die Gewalt der Untermakropolen nicht auf die Mittelmakropolen übergreifen und die wirtschaftliche Macht des Planeten gefährden.1:S.306

Politisches System

Die Herrschaft über den Planeten wird von Sektorgouverneur Marius Hax als Planetarem Gouverneur und vom Adeptus Terra ausgeübt.1:S.306
Die Makropolen Sibellus und Tarsus sind weitgehend autonom und werden von Räten regiert, die sich aus dem Adel der Makropoltürme zusammensetzen.1:S.306

Das Imperium und Scintilla

Das Imperium unterhält auf Scintilla als Sektorhauptwelt eine sehr bedeutende Präsenz. Das Administratum residiert in der Güldenhand-Konsularkomission in Tarsus. Das Adeptus Astra Telepathica ist in der Porphyrbastion in Sibellus vertreten, und das Adeptus Arbites unterhält in der Festung der Gerechten nahe Tarsus nicht nur sein größtes Kontingent im gesamten Sektor, sondern auch zwei elitäre Einheiten, die Divisio Immoralis1:S.306,331 und die Weiße Hand.5:S.180 Wie im Sektor üblich werden Arbitratoren auf Scintilla Titel mit lokalem Bezug verliehen, so wird der Rang des "Ermittlers" an unerfahrene Arbitratoren vergeben, um den geheimniskrämerischen Adel einzuschüchtern, der Titel des Proktors hingegen stammt aus der uralten militärischen Tradition der Untermakropole Stahlstadts.14:S.8Scintilla gehört nicht zu einem der fünf Gebiete, in das das Arbites den Sektor unterteilt, sondern untersteht direkt dem Großrevierkommando. Die Orbitaldocks der Welt sind außerdem neben Landunter der Heimathafen der kleinen, aus drei Schiffen bestehenden Flotte des Adeptus Arbites im Sektor.14:S.16
Das Calixis-Konklave der Inquisition hat seinen Hauptsitz im Tricorn-Palast in der Makropole Sibellus.1:S.310 Die radikalen Rekongregatoren der Inquisition widmen Scintilla besondere Aufmerksamkeit.4:S.196
Auch das Adeptus Ministorum und das Adeptus Sororitas sind auf Scintilla vertreten, die Kathedrale des Lichts ist der Sitz der Sektorsynode.1:S.306,329 Die Scholastica Psykana unterhält auf Scintilla ein abgeschiedenes Tempelkloster in den polaren Ödlanden, in welchem Calix-Templer genannte Kampfpsioniker ausgebildet werden.2:S.62 Weiterhin ist Scintilla der Sektor-Standort des Departmento Munitorum.8:S.142

Geschichte

Präimperiale Zeit

Es ist nicht viel über die präimperiale Zeit Scintillas bekannt. Gelehrte versuchen heute, durch Expeditionen in abgelegene Siedlungen, deren Einwohner sich der Existenz der Makropolen und des Imperiums nicht bewusst sind, Schlüsse über diese Epoche ziehen zu können.1:S.316 Fast sicher aus der Zeit von vor dem Angevinischen Kreuzzug, welcher den Sektor unter imperiale Herrschaft brachte, stammt die Makropole Sibellus.1:S.309

Scintilla im Umfeld des Angevinischen Kreuzzug

Schon seit den Tagen Golgenna Angevins besteht auf Scintilla das gesellschaftliche System aus Adel, Mittelschicht und Unterschicht, wobei die Bewohner der Mittelmakropolen den Großteil der Wirtschaftsleistung erbringen.1:S.306 Der Planet war, als Angevins Kreuzzug ihn erreichte, jedoch noch bei weitem nicht von der heutigen Bedeutung, sondern stellte verglichen mit dem weiter entwickelten triftwärtigen Teil des späteren Sektors eine provinzielle Kolonie dar. Vor Abschluss des Kreuzzuges lag die Verwaltung der neu eroberten Gebiete darum auch folgerichtig nicht hier, sondern auf dem damals bevölkerungsreicheren und politisch bedeutenderen Malfi.1:S.346 Als der siegreiche Feldherr Drusus nach dem Kreuzzug, 384.M39, zum ersten Gouverneur des neu gegründeten Calixis-Sektors aufstieg, hatte sich das Blatt jedoch gewendet - die Bestätigung Scintillas als Hauptwelt des neuen Sektors und die Einsetzung der Tarsischen Synode der Ekklesiarchie gehörten zu seinen ersten Amtshandlungen.9:S.4 Malfi behielt einen bis heute anhaltenden, neidischen Groll gegen Scintilla zurück.1:S.346

Das 41.Jahrtausend

  • Um den Jahrtausendwechsel M40-M41 herum fand der Untergang der Makropole Tenebra statt. Allgemein wird eine Fehlfunktion der geothermalen Kühler, welche die Makropole mit Energie versorgten, als Ursache dafür angenommen, wobei es auch diverse Verschwörungstheorien über eine vermutete "wahre" Ursache gibt.1:S.316
  • ca.200.M41 rief Sektorgouverneur Caracalla einen Verband aus Akademien und privaten Instituten ins Leben, die sich dem Lernen und den Künsten verschrieben hat, genannt Hetaireia Lexis.2:S.30
  • Zu Beginn der von 211-226.M419:S.5 dauernden Meritech-Kriege wurde die Makropole Tarsus durch die Inquisition und Das Göttliche Licht von Sollex vom Einfluss der Logiker gereinigt.4:S.49
  • 265.M41 wurde der Präfekt des Infernis wegen Ketzerei zum Tode verurteilt.4:S.144
  • Im 5.Jahrhundert M41 unterzeichneten Tausende Bewohner der Hitzezone-Wohnblöcke im äußeren Tarsus die berüchtigte Schwarze Tontine der Salsurius-Glasmanufaktur. Ketzerische Hexer gewährten den Arbeitern für jeden Mitunterzeichner, von denen täglich mehr von dämonischen Assessoren in den Warp verschleppt wurden, einige Throne.3:S.122
  • 428.M41 entdeckte die Inquisition die Verbindungen des auf Scintilla beheimateten Tellurischen Kombinates zur Bruderschaft der gehörnten Finsternis. Das Kombinat war allerdings zu fest in die Machtstrukturen des Leuchtenden Palastes, aber auch die Infrastruktur des gesamten Sektors eingesickert, um es offen zu bekämpfen. Anarchie und ein offener Bürgerkrieg drohten. Stattdessen gingen die Heiligen Ordos verdeckt, aber nichtsdestotrotz brutal und effektiv in einem Schattenkrieg gegen die Bruderschaft vor. Einer Quelle zufolge dauerte der Krieg drei Jahre9:S.6, einer anderen nach ein Jahrzehnt. Erst nach der geheimen Läuterung des Kombinats wurde der Prokuratskardinal Flavian Invicta von der Inquisition als einer der ranghöchsten Anhänger der Bruderschaft enttarnt.4:S.155f Eine Folge des Schattenkrieges, der sich vielfach gegen die imperiale Infrastruktur selbst zu richten hatte, war ein gefährlicher Verfall der Regierungsgewalt des Sektorgouverneurs auf Scintilla.9:S.6 Auf dem Planeten selbst wurde das Machtvakuum gefüllt von den florierenden Commercia-Kombinaten des minderen Adels.5:S.117 Auf Malfi machte die Schwäche Scintillas dagegen die Schreckensherrschaft des Hauses Koba möglich, dessen militärische Versuche, Scintilla als Sektorhauptwelt abzulösen, den Sektor an den Rand eines Bürgerkrieges brachten.9:S.6;4:S.186
  • Um 609.M41, in einer Zeit, die Gelehrte auch als Sults Aufstieg bezeichnete, unternahm der als "Großer Versöhner" berühmt gewordene, frisch ernannte Sektorgouverneur Larhanus Sult, größte Anstrengungen, die verfallene Macht des Leuchtenden Palastes wiederzuerrichten. Sein treuster Verbündteer war Inquisitor Drakos Monke, mit welchem der radikale Libricanismus erstmals im Calixis-Sektor Fuß fassen konnte. Monke wurde von Sult mit weitreichenden Reformen der Regierung der Sibellus-Makropole betraut, durch die der Inquisitor seinen Spitznamen "Die rote Geißel" erhielt. Monkes Einfluss schwand, als Sult sein Verwandter Marius Hax als Sektorgouverneur nachfolgte. Monke starb 734.M41. Zu diesem Zeitpunkt war die libricanische Doktrin im Calixis-Konklave in Ungnade gefallen, jedoch ohne dass der Libricanismus aus dem Sektor verschwand.5:S.117f
  • 622.M41 tötete der Ordo Malleus alle auf Scintilla lebenden Angehörigen des Adels-Hauses Thrungg, nachdem die Taten des Hauses in der Beschwörung Merthens des Hauttänzers gipfelten. Der Dämon wurde durch eine Akolythenzelle zur Strecke gebracht, wobei es ihm jedoch gelang, das Produktionspotential von Sibellus für eine Reihe von Monaten lahmzulegen.12
  • Zu Anfang des 8.Jahrhunderts M41 hielt der Erzhäretek Illucis Grizvaldi auf Scintilla Hof. Er beherrschte ein Reich in der Untermakropole von Sibellus, gegründet auf die Furcht der Menschen vor der Zerstörung ihrer Seelen durch die Umwandlung in Obliviaten. Grizvaldi ließ, um diesen Effekt zu erreichen, die aus seinen Gegnern neu geschaffenen Obliviaten öffentlich in Ketten vorführen. Das Magistratum des Brecht-Distrikts entdeckte in der Unter- und Mittelmakropole 705 - 706.M41 dreizehn Obliviaten. Da die Exorzismen und Hüter-Gebete der Prediger des Adeptus Ministorum die um sich greifende Panik nicht mehr eindämmen konnten, kam die Inquisition zum Einsatz, darunter 707.M41 Inquisitor Felroth Gelt, der mit einem Manipel verbündeter Techpriester Jagd auf Grizvaldi machte. Obwohl man Grizvaldi später für tot hielt, tauchten Obliviaten sowohl auf Merov als auch im Hospiz der Heiligen Heleyne in den Mitteltürmen der Makropole Sibellus auf.3:S.28ff
  • 805.M41 kam es bei der Abgabe des Zehnts an Psionikern an die Schwarzen Schiffe der Inquisition zu einem psionischen Zwischenfall. Der Ordo Malleus vermutet, dass dieser in Zusammenhang mit den danach auftauchenden Legenden des Gassenschnitters in den unteren Distrikten Stahlstadts steht, ein Gerücht, hinter dem sich ein Astralgeist verbirgt.3:S.124
  • 812.M41 denunzierte Inquisitor Glavius Wroth mehrere Radikale , die sich zum sogenannten Golgenna-Bund zusammengeschlossen hatten. Im Folgenden wurde unter anderem auf Scintilla eine Institutionen, in der nach dem Vorbild der Schola Progenium Waisenkinder zu sogenannten Befleckten Progena ausgebildet wurden.5:S.30
  • 813.M41 wurde eine Sektorgouverneur Hax beratende Schwester Famula von Assassinen der Tempeltendenz ermordet.4:S.36
  • 815.M41 drohte das Space Hulk Zwielicht, auf den Planeten zu stürzen, was die Inquisition unter Mithilfe der Deathwatch verhindern konnte.7:S.54ff Im gleichen Jahr deckte ein Team frisch rekrutierter Akolythen der Inquisition monströse Bioexperimente der Logiker im Coscarla-Distrikt von Sibellus auf.4:S.50

Undatierte Ereignisse

  • Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde das adlige Haus Vipus, ein bis zum Angevinischen Kreuzzug zurückgehendes Adelsgeschlecht, bei einer Versammlung in seinem Hauptanwesen von Cyberberserkern niedergemetzelt. Dies geschah auf Geheiß der Bruderschaft der gehörnten Finsternis und mit Wissen des thorianischen Inquisitors Xerxes, welcher das Massacker nicht verhinderte, um in den Kult eingeschleuste Agenten vor der Identifikation zu bewahren.5:S.148
  • In jüngerer Zeit gelang es Richterin Astrid Skane vom Adeptus Arbites, eine Reihe von Vergnügungskulten im Adel der Makropolen zu enttarnen. Gemeinsam mit Verbündeten aus der Inquisition gelang es ihr, diese Kulte trotz deren politischen wie kriegerischen Macht erfolgreich zu bekämpfen, was ihr die Aufnahme in die Calixis-Konklave im Rang einer Inquisitorin einbrachte.6:S.53

Rechtssystem und Kriminalität

Die Gesetze Scintillas

Das Recht Scintillas unterscheidet sich von Ort zu Ort, zwei Konstanten des Systems sind allerdings Gottesurteile und Duelle. Beide sind legal, Gottesurteile besonders beim Makropoladel verbreitet. Kläger und Beklagter kämpfen bei ihnen, um zu entscheiden, wer Recht hat, die Bedingungen hängen dabei von der Art des Verbrechens ab - Mord und schwere Gewaltverbrechen führen Kämpfe auf Leben und Tod nach sich, während bei anderen Verbrechen die Wahl der Waffen begrenzt sein kann, oder bizarre Siegesbedingungen gelten, vom ersten Blut bis zum Verlust von Gliedmaßen. Beide Parteien können einen Schiedskämpfer benennen. Auch Duelle sind auf Scintilla erlaubt und ein Teil der Kultur in den Makropolen und anderswo. Einen Gegner im Duell zu töten gilt nicht als Mord. So ist es möglich, einen Feind auszuschalten, indem man einen Ehrenhändel zwischen ihm und einem Meister des Duells provoziert.1:S.306

Durchsetzung des Rechts

Die Ordnung wird auf Scintilla in erster Linie vom Magistratum aufrechterhalten, eine mit charakteristisch dunkelgrünen Übermänteln gekleidete Polizeitruppe. Seine Qualität schwankt stark, je nach Ort und Bezahlung: Das Magistratum ist in den Makropoltürmen ein häufiger Anblick, da die Beamten in den Straßen Streife laufen und sich um Vergehen vom Gelegenheitsdiebstahl aufwärts kümmern, in den Mittelmakropolen werden immerhin noch Schwer- und Gewaltverbrechen behandelt, in den Untermakropolen dagegen ist das Magistratum kaum vertreten. Für ein adliges Opfer eines Verbrechens ist es erheblich einfacher, eine polizeiliche Untersuchung in Gang zu setzen, für einen Mittelmakropoler dagegen ist es einfacher, für eines verhaftet zu werden.1:S.307 Allgemein wird auf Scintilla nicht einmal mehr so getan, als gelte gleiches Recht für alle.7:S.16
Das Adeptus Arbites unterhält zwar eine starke Präsenz auf Scintilla, überlässt jedoch den Polizeialltag weitgehend dem Magistratum. Es konzentriert sich auf Dissidenten, Zehntvorenthaltung, Kult- und Psionikeraktivitäten und Aufstandsbekämpfung. Die meisten Bürger sehen nie einen Arbitesoffizier. Arbites und Magistratum verabscheuen einander und arbeiten nur unter extremen Bedingungen zusammen.1:S.306 Für das Arbites sind die Makropolen Scintillas das Testgelände, aber auch der Begräbnisort zahlreicher frisch beförderter, unerfahrener Arbitratoren. Vielen davon wird der Titel eines "Ermittlers" verliehen, um die Adligen, die zahlreiche Geheimnisse hüten, in Schrecken zu versetzen.14:S.8

Kriminalität auf Scintilla

  • Die Bruderschaft von Thollos stammt ursprünglich aus Stahlstadt. Es handelt sich dabei um eine Verbrecherorganisation aus Mietschlägern, Schützen, Dieben, Kurieren und Schwarzmarkthehlern. In der Auswahl ihrer Aufträge ist sie sehr wählerisch, um nicht die Adelshäuser und Adepta des Sektors zu verärgern - alle anderen jedoch sind Freiwild.2:S.28
  • Reklamatoren - technologische Laien, die ohne Sanktion des Adeptus Mechanicus die Infrastruktur von Makropolen in Ordnung halten - verfügen im Imperium aufgrund ihrer Nähe zur Technohäresie häufig über einen schlechten Ruf. Auf Scintilla ist dieser schlechte Ruf insofern berechtigt, als dass in den Untermakropolen von Sibellus ein gut organisiertes Netzwerk aus Häreteks die wahre Macht hinter den berüchtigten Narco-Banden darstellen.2:S.76 Auch sonst scheinen kleinere Technohäresien auf Scintilla zu verbreiteten Verbrechen zu gehören: Die Funk-Künstler des brennenden äußeren Tarsus verwenden die Technologien des Adeptus Mechanicus ohne Genehmigung,3:S.16 während das Sammeln von Xenos-Technologie sich beim planetaren Adel teilweise großer Beliebtheit erfreut.1:S.309
  • Die Banden des Infernis, der kaum noch bewohnbaren Ebenen Stahlstadts, gehören zu den tödlichsten Kämpfern des Planeten. Zu ihnen zählen die wohl besten der Stahlstädter Revolverhelden.2:S.83

Kulte, Geheimorganisationen und Ketzerei

  • Derzeit ist die Tempeltendenz, ein in den Untergrund gegangenes Überbleibsel der präreformierten Ekklesiarchie, auf Scintilla aktiv. Zu ihr gehört insgeheim das einflussreiche und uralte Haus Verence. Es ist der wichtigste, aber bei weitem nicht einzige Teil der sehr erfolgreichen Bemühungen der Tendenz, Einfluss auf den Leuchtenden Palast zu nehmen. Dazu wurde unter anderem Sektorgouverneur Hax manipuliert, es wurden Beamte entlassen, um sie durch eigene Anhänger zu ersetzen, und auch vor Morden schreckte die Tempeltendenz nicht zurück.4:S.34ff
  • 815.M41 war der Freudvolle Chor, eine Sekte der imperialen Religion, als Tarnorganisation der uralten Hehlerorganisation des Sichelkontors auf Scintilla aktiv.7:S.6ff
  • Ebenfalls 815.M41 wurde nach ca. sechshundert Jahren erneut eine Zelle der Logiker auf Scintilla entdeckt. Auch wenn die Logiker im Coscarla-Bezirk vernichtet werden konnten, gibt es Hinweise darauf, dass die Kultzelle nur Teil einer größeren Verschwörung auf dem Planeten ist.4:S.50
  • Es gibt Hinweise auf eine Bedrohung der Untermakropolen Scintillas durch die Bleiche Schar.4:S.60
  • Inquisitor Calith Nonoro erwähnt in einer nicht datierten Nachricht an seinen Standesgenossen Silas Marr eine "furchtbare Gemeinde irgendwo in den Eingeweiden der Makropole Tarsus" sowie Technohäresie Anima Mori betreibende Häreteks in Stahlstadt, was möglicherweise im Zusammenhang mit dem Kult der Nacht steht.4:S.70
  • Mit der Eisernen Grube unterhält das Bestienhaus im gesetzlosesten Sektor der Untermakropole von Sibellus eine Arena. Es steht weiterhin zu einigen der verbreiteten Roten Zirkusse in Verbindung.4:S.93
  • Auf Scintilla lag mit dem Tellurischen Kombinat in der Vergangenheit die größte Bastion der Bruderschaft der gehörnten Finsternis. Auch nach der Vernichtung des Kombinats tritt sie auf Scintilla immer wieder in Erscheinung. Einige Gelehrte des verbotenen Wissens haben darum die Theorie aufgestellt, dass der Dämon Balphomael, um dessen Verehrung die Bruderschaft kreist, eine besondere Verbindung zu Scintilla besitzt.4:S.151f Auch der uralte, xanthitische Mythos der Sieben Teufel des Schrecklichen Calyx, welche auf die Schriften des legendären Freihändlers Salomon Haarlock zurückgeht, ordnet den Dämon Balphomael als "Die Stimme der Flamme" dem Planeten zu.5:S.111 Derzeit bemüht sich eine Kabale der Bruderschaft, zu welcher der Gildenanwalt Zentos Cyran gehört, um den Wiederaufbau des Kultes auf Scintilla.4:S.157
  • Angeblich ist der zur Menagerie gehörende Pandämonische Karneval in Tarsus aktiv.4:S.171

Kultur und Religion

Allgemeines

  • Die Rivalität zwischen den Makropolen Sibellus und Tarsus, aber auch ihre Unfähigkeit, ohne die jeweils andere zu existieren, hat sich in zahlreichen Mythen und Sprichwörtern niedergeschlagen.1:S.306
  • Duelle sind ein akzeptierter Teil der Kultur Scintillas, besondere Verbreitung aber haben sie beim Adel.1:S.307
  • Luminum-Tätowierungen, auch "Glanzwerk" genannt, sind vor allem in der Untermakropole von Sibellus und auf dem Infernus in Stahlstadt verbreitet.2:S.138
  • Die planetare Kultur Scintillas kennt verschiedene Formen der Totenverehrung. Die Tarsianer sind geradezu besessen von Beinhäusern, gesegnetem Knochenschmuck und angeblichen Heiligenrelikten. Sie Sibellaner hingegen nehmen große Mühen auf sich, die Überreste ihre Ahnen zu bewahren, zu konservieren und ihrer zu gedenken. Sehr zum Schrecken anderer Scintillaner praktizieren die Bewohner Ambulons Entfleischung.4:S.65
  • Eine beliebte Form der Unterhaltung sind die zahlreichen Roten Zirkusse, in denen jede Nacht Carnosaurier gegen Teams menschlicher Gladiatoren kämpfen. Sie operieren offen an den Rändern der Unterhaltungszonen der Makropolen und in den Handelsaußenposten von Stahlstadt. Einige davon verfügen über Verbindungen zum Bestienhaus.4:S.89,93f
  • Spatalamantie, die Verwendung von Haut und Knochen zur Prophetie, ist in den Untermakropolen von Scintilla eine verbreitete Praxis.5:S.123

Die scintillanische Adelskultur

Adlige von Scintilla1:S.307

Moralischer Verfall nagt an den Adelshäusern Scintillas. Wohlstand und Macht hat die Kultur der adligen Schichten tiefgehend korrumpiert - sie sehen sich, teilweise zurecht, als über den imperialen Gesetzen stehend an. Der Adel zeichnet sich auch durch eine sehr distanzierte Haltung gegenüber den gesellschaftlich niedriger Stehenden aus - degenerierte Adlige setzen sogar "minderwertige" Menschen als Jagdbeute ein.1:S.306
Eine besondere Ausprägung erfährt die Adelskultur in der Makropole Sibellus. Jedes Adelshaus des Planeten strebt danach, in der herrschenden Makropole vertreten zu sein, was den beständig wachsenden Makropolturm in ein totales Chaos an architektonischen Stilen verwandelt hat, von wehrhaften Festungen bis zu goldenen Lustschlössern. Die eingesessenen Häuser bemühen sich ständig, ihre Residenzen zu verschönern, um den Neuankömmlingen etwas entgegensetzen zu können. Entscheidend für das Ansehen ist allerdings nicht die bloße Schönheit der eigenen Bastion, sondern das Alter der Dynastie, weshalb auch die neuesten Bauten des Adels bewusst wie vom Alter gezeichnet aussehen.1:S.309 Die Liebe der Adelshäuser zu ihrer Vergangenheit geht soweit, dass es Sitte ist, geehrte Tote präpariert wie Statuen in den Anwesen aufzustellen.7:S.14
Viele Adlige Sibellus' hängen einer Sammelleidenschaft für Antiquitäten, Kunstwerke oder gar illegale Dinge wie Xenos-Artefakte an, um ihren Geschmack zu demonstrieren. Die Mode ist spektakulär, unpraktisch und ständig im Wandel begriffen. Die Adligen flanieren mit großem Gefolge, dessen Hauptaufgabe es ist, gut auszusehen, durch die Straßen des Turms.1:S.309 Die aktuelle Mode in Sibellus heißt "Aethyrweberei" - die Kleidung besteht aus hauchdünnem Stoff, der mit Elektrographen und anderen Materialen durchwirkt ist, so dass subtile Lichteffekte entstehen. Jüngere und attraktive Adlige betonen mit diesen Lichteffekten ihre Silhouette unter der Kleidung, während Ältere oder Dezentere dunkle Kleidung mit Sternenmustern bevorzugen, welche Gestirne darstellen. Zur Steigerung des Effektes werden gesellschaftliche Anlässe in schwach beleuchteten bis stockfinsteren Räumlichkeiten abgehalten.7:S.17

Der Imperiale Kult auf Scintilla

Scintilla ist der Sitz der Sektorsynode1:S.329 und der Ursprungsort der Tarsischen Kirche, der im Sektor herrschenden Auslegung der Imperialen Religion.6:S.247 Historisch gesehen war dieser Unterkult des imperialen Glaubens in Wort und Tat sehr aktiv in der Bekämpfung anderer Auslegungsformen, was bis heute für ein reserviertes Verhältnis zu den Drusianern von Maccabeus Quintus und anderen im Sektor vertretenen Sekten sorgt, auch wenn es - zumindest noch - nicht zum offenen Konflikt gekommen ist.4:S.187
Von noch höherer Bedeutung als anderswo ist der Imperiale Glaube in Tarsus. Die Existenz der Kathedrale des Lichts sorgt dafür, dass die Ekklesiarchie hier über sehr hohen Einfluss verfügt. In den Handels- und Lagerhallen der Mittelmakropole predigen Laienpriester den Arbeitern von der Heiligkeit des Gehorsams und den Todsünden des Müßiggangs und der Neugier.1:S.312 Erwähnenswert sind außerdem die Großen Kantoreien von Tarsus, von verschiedenen Kulten, Adelsfamilien und sonstigen Interessengruppen protegierte Priesterakademien, welche Kaderschmieden für die höheren Ämter der Ekklesiarchie darstellen.2:S.36
Scintilla ist die spirituelle Heimat der Redemption im Calixis-Sektor. Der Kult wurde höchstwahrscheinlich von Pilgern zur Kathedrale des Lichts auf den Planeten und damit in den Sektor gebracht, und gedeiht in den tiefsten, untersten Teilen der Makropolen. Viele Anhänger sind verlorene Seelen, die durch die Gewalt der Untermakropolen alles verloren haben. Die Redemptionisten sind unterteilt in mehrere Kreuzzüge, die unter der Führung jeweils eines charismatischen Diakons stehen, und die alle die Oberhoheit Erzdiakonin Ludmillas anerkennen.1:S.330

Organisationen der Kunst, Wissenschaft und Lehre

  • In Sibellus, im Schatten des Leuchtenden Palastes, befindet sich ein labyrinthartiger Komplex: Das Lexis Maxima der Hetaireia Lexis. Diese lose Organisation aus Akademien und Privatinstituten, die sich den Künsten und der Wissensvermittlung widmet, ist im ganzen Sektor verbreitet. Im Lexis Maxima arbeiten über Tausend Gelehrte der Organisation, was es zur größten Institution der Hetaireia macht.2:S.30
  • Eine Organisation namens Magnoptikon bemüht sich um das Studium der Geschichte. Zum Zweck des Erkenntnisgewinns über die präimperiale Zeit Scintillas untersuchen diese Gelehrten abgelegene, primitive Siedlungen auf dem Planeten.1:S.316
  • Aus dem Interesse des scintillanischen Adels geboren wurde die Vereinigung der Archäoexhumatoren in Sibellus. Es handelt sich um ein Netzwerk elitärer Forscher, die untereinander im Kampf um adlige Gönner nicht nur Rufmord, sondern auch Diebstahl und Auftragsmord einsetzen.5:S.245
  • Von einer auf Scintilla ansässigen Organisation namens Geologis Scholarium ist bekannt, dass sie sich mit dem Rubinroten Gürtel im Rubikon-II-System beschäftigt und unterschiedliche Theorien über dessen Entstehung entwickelt hat.8:S.279

Technologie und Wirtschaft

Allgemein

Die Wohlüberlegte Antwort, ein im Orbit Scintillas gebauter Zerstörer8:S.182

Scintilla ist der Hauptexporteur von Industriegütern wie Waffen und Schiffsantriebssystemen.1:S.306 Die Orbitaldocks der Flotte verfügen über Trockendocks, in denen Schiffe konstruiert werden können - bekannt ist, dass hier die Wohlüberlegte Antwort, ein heute von Freihändlern genutzter, stark modifizierter Zerstörer der Kobra-Klasse, im Auftrag der Imperialen Flotte vom Stapel lief.8:S.182 Trotz der Vormachtstellung der beiden großen Makropolen Sibellus und Tarsus tragen auch Amublon und Stahlstadt wesentlich zum wirtschaftlichen Funktionieren des Planeten bei.1:S.306
Der Planet ist nicht autark: Um seine Bevölkerung zu ernähren, muss Scintilla massiv Nahrungsmittel von Agrarwelten importieren,1:S.306 darunter von solchen der Ma'Kao-Freihändlerdynastie.13 Die unglaublichen Ausgaben der Makropole Sibellus wären außerdem unmöglich ohne Kredite des Hauses Krin, dem möglicherweise ältesten der fünf Sektorhäuser.1:S.332

Währung

Auf Scintilla wird, wie im gesamten Sektor, Throngelt genutzt. In den Makropolen werden Throne als Kröten, Penunzen oder Grinde bezeichnet. Diese Bezeichnungen sind im Sektor zu Synonymen der wertvollsten Thron-Nennwerte geworden, was nicht zuletzt an Scintillas exzessivem Wohlstand liegt. In den Tiefen Stahlstadts werden Throne auch als Patronen bezeichnet. Hier finden tatsächlich manchmal Kugeln als Währung Verwendung.1:S.131

Rüstungsindustrie

Die Rüstungsproduktion Stahlstadts

Einen wichtigen Beitrag zum Zehnt, den Scintilla an das Imperium abführt, leistet Stahlstadt, in Form von Munition und Waffen, welche bei den PVS vieler Planeten im Sektor zum Einsatz kommen.1:S.315 Zu den Waffen und sonstigen Rüstungsgütern, die aus den Schmiedetempeln Stahlstadts stammen, gehören:

Sonstige Rüstungsgüter

Von folgenden Rüstungsgütern ist bekannt, dass sie auf Scintilla verbreitet sind, was nicht zwangsläufig auf eine lokale Herstellung schließen lässt:

Flora und Fauna

Zur Fauna von Scintilla gehören die in der Wüste um Tarsus beheimateten, gefährlichen Brühfledermäuse und die leicht giftigten Fingerbrennerkäfer.1:S.311 In den Einöden des Planeten kommt jagbares Großwild vor.1:S.315 In den Ozeanen gibt es für Menschen gefährliche Raubtiere.1:S.316

Streitkräfte

Die PVS des Planeten sind bekannt als Streitkräfte des Protektorats Scintilla. Sie sind sehr zahlenstark und von mittlerer bis höherer Qualität. Stationiert sind sie in der Makropole Tarsus. Die aus Stahlstadt stammenden Regimenter sind dabei die elitärsten, da ihre Kampfkraft mit derjenigen der Imperialen Armee auf einer Stufe steht. Besonders das 41.Stahlstadt-Regiment ist eine angesehene Eliteeinheit, deren Mitglieder zumeist wichtige Persönlichkeiten bewachen oder gefährliche Missionen im Ödland zwischen den Makropolen unternehmen. Die PVS unterstehen Fürst Hax, werden aber faktisch von den Adelsfamilien finanziert, die ihre Haustruppen zweitweise zum Armeedienst abstellen. Der Großteil der Offiziere besteht aus den jüngeren Söhnen und Töchtern der Adelshäuser. Kriegerbruderschaften - Geheimgesellschaften, die oft der Treue zu einem bestimmten Haus entspringen - sind in der Armee weit verbreitet, wobei die prestigereichsten Bruderschaften Verbindungshäuser im Turm von Tarsus haben. Diese Verteidigungsstreitkräfte, aber auch die große Untermakropolbevölkerung, bieten ein großes Rekrutierungspotenzial für die Imperiale Armee. Scintilla zahlt seinen Zehnt häufig in Soldaten.1:S.306,311f
Auch die Inquisition verfügt über Streitkräfte auf Scintilla. Zwar unterhalten die Heiligen Ordos keine stehenden Armeen.6:S.59 Im Tricorn-Palast existieren aber mehrere Niederlassungen von Kreuzritterhäusern.6:S.71

817.M41 nehmen 6 Regimenter von Scintilla - 2 Regimenter Scintillische Schwere Infanterie, 3 Regimenter Scintillische Garde und das 13.Stahlstädter Panzerregiment - am Achilus-Kreuzzug teil.11

Bemerkenswerte Personen

Fürst Hax1:S.302

Verbindung zu anderen Welten

Als Sektorhaupwelt hat Scintilla sehr viel Kontakt mit anderen Welten des Calixis-Sektors, aber auch mit Planeten in anderen Sektoren und sogar Segmenten. Es bestehen stabile Warprouten nach Tranch, Siedlungswelt 228, Iocanthos, Luggnum, Sepheris Secundus, Malfi, Orbel Quill und Barsapin.10
Scintilla liegt auf der Handelsroute des Golgenna-Dreiecks2:S.165 und ist einer der drei Anlaufhäfen der Misericordia.1:S.326

Quellen