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Häresie

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Die Begriffe der Häresie oder Ketzerei stellen im Sprachgebrauch des Imperiums und des Adeptus Ministorum eine recht vage, wenig trennscharfe, aber stets abwertende Bezeichnung für all jene Sünden, Verbrechen oder gedankliche Abweichungen dar, welche als besonders anstößig empfunden werden.1 S.21f

Allgemeines

Coriolanus Vestra, ein Beispiel für einen Ketzer

Naturgemäß ist die Einordnung einer bestimmten Handlung oder Denkweise bei einem solch großen und vielfältigen Gebilde wie dem Imperium mit seinen zahlreichen örtlichen Ausprägungen von Lebensweise und Religion, nicht an allen Orten gleich. Auch kann der Fanatismus, mit welchem insbesondere gegen kleinere Ausprägungen der Ketzerei vorgegangen wird, von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sein. Enger gefasst bezeichnet der Begriff jedes Befolgen, Propagieren oder Handeln aufgrund einer theologischen oder politischen Leitlinie, die im Gegensatz zum Imperialen Glauben oder dem als göttlich angesehenen Lex Imperialis steht.1 S.21f Die Trennlinie, was Ketzerei ist, kann sich auch einfach verschieben: Es ist schon vorgekommen, dass sich der theologische Schwerpunkt innerhalb des Ministorums verschoben hat, und damit waren Kulte am Rand des imperialen Glaubens, die vorher noch als akzeptabel gegolten hatten, plötzlich Ketzerei.1a S.171

Abgesehen von seinen Kernpunkten ist der Imperiale Glaube vielen Interpretationen offen. Es gibt allerdings eine feine Trennlinie zwischen gesunder, produktiver Kontroverse und Ketzerei. Manche stehen unter dem Einfluss von Xenos, zum Beispiel Symbionten, oder den Mächten des Chaos. Die meisten Ketzer sind aber keine Symbionten- oder Chaosverehrer - Ihr Glaube weicht einfach so weit von dem der Ekklesiarchie ab, dass er eine Bedrohung für den status quo darstellt. Manche leugnen die Göttlichkeit des Imperators, was eine der am heftigsten bekämpften Ansichten darstellt. Andere lehnen es schlicht ab, Steuern an die Ekklesiarchie abzuführen. Wiederum andere sind einfach Anarchisten.4 S.38 Allerdings bedeutet Widerstand gegen das Imperium nicht automatisch, dass man nicht mehr an den Imperator glaubt. Selbst unter den übelsten Piraten, Verbrechern und Sklavenjägern, die alle imperialen Gesetze brechen, ist der Glaube an den Gott-Imperator immer noch eher der Normalfall.12 S.18

Es gibt verschiedene grundlegende Arten von Verbrechen, durch die eine Person zu einem Ketzer erklärt und "verdammt" wird: falsche Taten, falschen Umgang, falschen Glauben... Wenn eine Person aller drei Verbrechen für schuldig befunden wurde, gibt es den Ausdruck die Person sei "dreifach verdammt".11

Die Anwendung von Methoden der Hexerei, wie der Umgang mit bestimmten Materialen und magischen Ritualen, ist manchmal einfach nur Tradition und Aberglauben. Für das Imperium gelten solche Leute trotzdem als Ketzer.10 K.1

Im Adeptus Ministorum gibt es Sonder-Beauftragte, die Hexenjäger, die dafür zuständig sind zu prüfen, ob ein Kult des imperialen Glaubens in Wahrheit Ketzerei ist.12 S.21

Schon allein die Andeutung einer möglichen Diffamierung oder Anklage der Ketzerei ist eine mächtige politische Waffe, mit der sich Gegner problemlos einschüchtern lassen. Allerdings ist so eine Anklage der Ketzerei auch für den Ankläger gefährlich: Es ist eine mächtige aber stumpfe Waffe, die den Streit sofort auf eine deutlich schwerwiegendere Ebene anhebt. Falls der Angeklagte mächtige Freunde hat, kann die Lage bis hin zum Bürgerkrieg eskalieren.12 S.21

Die imperiale Reaktion auf Häresie besteht im Normalfall in der Tötung des Ketzers.4 S.38 Meist geht diesem Folter voraus, um die Seele des Ketzers von seinen Sünden zu reinigen. Es existieren allerdings auch andere, exotischere Methoden der Bestrafung, darunter die Arco-Flagellation.9 S.138 Wo die Ergreifung eines Häretikers nicht sofort möglich ist, kann ein Inquisitor eine Person Excommunicate Haereticus, Diabolus oder Extremis Diabolus erklären.7 S.5

Ketzerei ist wie ein Baum. Ihre Wurzeln liegen im Dunkeln, während ihre Blätter im Sonnenlicht schwanken, und so bietet sie den nichtsahnend Arglosen eine ansprechende und erfreuliche Erscheinung. Natürlich, man kann ihre Äste stutzen oder den Baum sogar über dem Erdboden fällen. Aber er wird wieder nachwachsen, stärker und anmutiger als je zuvor. Und während der ganzen Zeit wachsen die die Wurzeln fortwährend dicker und schwärzer, nagen am verdorbenen Erdreich, beziehen ihre Nahrung aus der Finsternis, gedeihen unablässig größer und krallen sich immer tiefer fest. Solcherart ist die wahre Natur der Ketzerei, und dies ist der Grund, warum sie so schwer zu vernichten ist, denn man muss Blätter, Äste, Stamm und Wurzeln zugleich ausmerzen. Sie muss mit Stumpf und Stiel getilgt werden, oder sie wird wieder stärker als je zuvor zurückkehren, bis sie zu gewaltig ist, um sie noch auszulöschen. Dann sind wir alle dem Untergang geweiht.

+++ Galan Noirgrim, Großinquisitor des Ordo Malleus im Vorwort von Das Abominatus +++ 6 S.55


Ich frage mich, wann genau ich zu einem Ketzer wurde. Ich habe gelernt, dass es dem Umlegen eines Schalters gleicht. Ein Augenblick folgt dem anderen, und plötzlich ist man verderbt und rettungslos verloren, von einem einzigen bestimmten Gedanken oder Akt vom Pfad der Rechtschaffenheit abgebracht. Doch als es mir widerfuhr, dauerte es den größten Teil eines Jahrhunderts. Ich kann nicht genau sagen, wann mir die Reinheit meiner Seele abhanden kam oder was der Grund dafür war. Ich wurde zu einem Ketzer, ohne es zu bemerken. Vielleicht ist es darum so heimtückisch, und darum kann nur jemandem mit solcher Willenskraft, wie ichs ie habe, erlaubt werden, die Ufer dieses dunklen Ozeans auch nur zu streifen.

+++ aus dem Missions-Tagebuch von Inquisitor Corvin Golrukhan +++ 13 K.9

Das Liber Heresius der Inquisition ist das ultimative Nachschlagewerk über Ketzerei. Es enthält Unmengen an Informationen, nicht nur über berühmte ketzerische Kulte, sondern auch Zeichen und Symbole, die von Ketzern typischerweise verwendet werden, und diverse ketzerische Glaubensrichtungen und Philosophien.12 S.119

Häretische Kulte

Ketzerkulte haben bei all ihrer Vielfalt häufig einiges gemein. Die meisten arbeiten hinter einer wohltätigen, mindestens aber anerkannten Fassade oder verstecken sich vollständig vor den imperialen Behörden. Häufig bevorzugen sie bei ihrer Tätigkeit und bei der Rekrutierung neuer Mitglieder bestimmte Milieus oder Regionen, welche entweder im Wesen des Kultes angelegt sind oder den Kult stark prägen können. Die folgenden archetypischen Kultformen treten mit einer gewissen Häufigkeit auf, oft bestehen dabei Überschneidungen:1 S.22ff

Charismatische Kulte

Charismatische Kulte weisen eine einfache Organisationsstruktur auf, sie stehen und fallen mit der Autorität, Überzeugungskraft und den rhetorischen Fähigkeiten ihres Anführers. Dieses Individuum kann ein Hexer oder Magus sein, aber auch ein ganz gewöhnlicher Mensch mit Überzeugungen, die aus Unzufriedenheit oder religiöser Abweichung hervorgegangen sind.1 S.23f

Symbiontenkulte, die stets um ihren Patriarchen kreisen 5 S.28, der Kult der Stimme des Imperators, welcher im Vorfeld des Sturm des Chaos das nördliche Segmentum Obscurus in Rebellion und Anarchie verstrickte 3 S.12, oder die Techhexer des Erz-Häretek Ammicus Tole 2 S.32ff stellen Beispiele für solche Kulte dar.

Mysterienkulte und Geheimgesellschaften

Mysterienkulte drehen sich um Wissen oder Macht, Zugang zu uralten Prophezeiungen oder Ähnliches. Eine kleine Gruppe kontrolliert diese Geheimnisse und bildet einen inneren Zirkel oder eine oligarchische Schicht innerhalb des Kultes, welcher häufig in mehrere Rangstufen aufgeteilt ist. Kultisten außerhalb dieses inneren Kreises müssen sich der Autorität der Höherstehenden unterwerfen, um ebenfalls Zugang zu der Machtbasis der Gruppe zu erlangen und vielleicht dereinst aufzusteigen. Viele Sekten, die sich auf okkultes Wissen konzentrieren, sind nach diesem Schema aufgebaut.1 S.24

Aus Sicht des Ministorums könnte man das Adeptus Mechanicus insgeheim durchaus als Mysterienkult bezeichnen.1 S.24 Aber auch Sekten wie die Logiker 1 S.41ff fallen in diese Kategorie.

Zellen

Die Zellenstruktur ist für einen Kult, dessen Tätigkeit das Risiko der Entdeckung in sich trägt, die effektivste. Einzelne Zellen können eine Handvoll oder auch Hunderte von Mitgliedern umfassen, die jeweils bestimmte Aufgaben oder Ziele besitzen. Außer einem Leiter oder Leitgremium besitzt niemand direkten Kontakt mit dem übergeordneten Kult oder Ketzern anderer Zellen. Einige gehen sogar noch weiter: Die Führer einzelner Zellen bilden die einfachen Mitglieder einer anderen, höherstehenden Zelle - ein Schema, das sich bis zu einem Pyramidensystem hin entwickeln kann. Das Verfolgen und Knacken dieser Strukturen kann sich als außergewöhnlich schwierig erweisen, so dass viele der gefährlichsten Ketzerkulte in diese Kategorie fallen.1 S.24f

Ein gutes Beispiel für einen in Zellen organisierten Kult ist die Tempeltendenz.1 S.31ff

Imperiale Todeskulte

-> Hauptartikel: Todeskulte

Todeskulte blühen im Imperium. Sie sind dunklere Facetten der leichter erkennbaren Orden, Sekten und Schulen des Imperialen Glaubens, welche in vielen Teilen der Galaxis die normale Erscheinung des Ministorums ausmachen.1 S.25

Technohäresie

-> Hauptartikel: Technohäresie

Auch das Adeptus Mechanicus kennt den Begriff der Häresie. Ein "Häretek" oder "Technohäretiker" (orig. heretek) verstößt gegen die wissenschaftlichen oder technologischen Dogmen des Adeptus Mechanicus. Sein Verbrechen bezeichnet man als Technohäresie.2 S.15ff

Bedeutende Häretiker im Lauf der Geschichte

siehe auch den Artikel Excommunicate Haereticus für weitere Beispiele

Quellen